Mentale Stärke – Was ist das eigentlich?

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Mentale Stärke ist in der Businesswelt schon lange ein großes Thema, spielt aber auch im Sport eine immer größere Rolle. Besonders im Leistungssport, in dem es oft nur noch um hundertstel Sekunden geht, gewinnt oft der Athlet, der mental stärker ist.

Aber was bedeutet das? Mental stärker zu sein ist schließlich nicht so leicht zu messen, wie zum Beispiel ein bestimmtes Gewicht beim Bankdrücken zu bewegen.

Schlägt man das Wort »mental« im Duden nach wird er wie folgt beschrieben:

Mental = den Bereich des Verstandes betreffend; geistig

Es geht also bei mentaler Stärke um die Stärke des Verstandes und bedeutet im Ausdauersport ganz einfach, dass der oder die Gewinnt, die (oder der) im Kopf einfach stärker ist.

Ganz einfach erklärt, oder?

So richtig macht diese Erklärung nicht deutlich, worum es bei mentaler Stärke geht.

Mentale Stärke – Hintergründe

Nehmen wir uns noch einmal die Leistungssportler im Wettkampf vor.

Wenn bei derselben Leistung derjenige gewinnt, der mental Stärker ist, muss er wohl im Kopf mit verschiedenen Dingen besser zurechtkommen.

Vielleicht kann er mit dem schlechten Wetter besser umgehen.

Oder vielleicht ist er auch einfach besser darin, sich nur auf den Wettkampf zu konzentrieren.

Weder die Zuschauer, noch die Fernsehkameras bringen ihn aus dem Konzept.

Möglicherweise kann er sich im Rennen auch einfach mehr Quälen und ist deswegen schneller, als die Konkurrenz.

All diese Punkte haben gemein, dass sie verschiedene Strategien notwendig machen, um mit unterschiedlichen Faktoren zurechtzukommen.

Mentale Stärke hängt also mit verschiedenen Strategien zusammen.

Die wissenschaftliche Definition von mentaler Stärke lautet daher wie folgt:

Mentale Stärke ist das Ergebnis von persönliche Denkprozessen, Einstellungen und Überzeugungen, die dazu führen, dass man sich herausfordernde Ziele setzt und an diesen auch in schweren Zeiten festhält.

Man könnte auch sagen, dass sie eine Sammlung von unterschiedlichen Konzepten ist.

Und zwar von Konzepten, die erfolgversprechender sind als andere.

Der Effekt von positiven Gedanken

Du hast doch sicher schon einmal vom Placebo-Effekt gehört, oder?

Dieses Phänomen wird in der Medizin genutzt, um Menschen eine Behandlung vorzuspielen.

Bei einigen Krankheiten ist es tatsächlich so, dass die Patienten sich erholen, obwohl sie nur glauben, dass sie ein Medikament bekommen.

Ähnlich funktioniert es auch mit der mentalen Stärke.

So spielt zum Beispiel der Glaube an die eigenen Fähigkeiten eine ganz besondere Rolle.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Selbstvertrauen und Selbstsicherheit entscheidende Faktoren sind, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

Wenn Du ganz nüchtern darüber nachdenkst, macht das ja auch absolut Sinn.

Glaubst Du daran, dass Du etwas schaffen kannst, bist Du dieser Herausforderung positiv eingestellt.

Gehst Du eher davon aus, dass Du zu schlecht dafür bist, hast Du schon keine Lust, es zu versuchen.

Einige Menschen lassen sich noch nicht einmal durch Rückschläge vom Glauben an ihre Fähigkeiten abbringen.

Dabei können positive Gedanken definitiv weiterhelfen.

Die Vorstellung zu gewinnen

So verwundert es nicht, dass genau diese Einstellung von vielen erfolgreichen Sportlern bestätigt wird.

Sie berichten davon, wie sie sich sicher waren, ihr Ziel zu erreichen.

Oder sie berichten, dass sie vor dem großen Sieg sogar eine sehr genaue Vision davon hatten, wie sie siegen würden.

Die Konzentration auf positive Aspekte ist dabei absolut essenziell.

Sie konzentrieren sich darauf gewinnen zu können und behalten im Blick, was sie dafür tun müssen.

Würden sie sich darauf konzentrieren, was alles schiefgehen könnte, wären die Chancen auf den Sieg wesentlich kleiner.

Vielleicht kennst Du das, wenn Du etwas sehr wackeliges irgendwohin tragen möchtest.

Je aufgeregter und unserer Du wirst, umso höher ist die Chance, dass Du es fallen lässt.

Wärst Du dabei jedoch positiv und selbstbewusst, würde das wahrscheinlich nicht geschehen.

Und falls es Dir dann doch auf den Boden fällt, kannst Du mit diesem Scheitern auch positiv umgehen.

Das ist übrigens auch ein weiterer Aspekt, in dem sich mentale Stärke bemerkbar macht.

Also: Was ist mentale Stärke?

Du siehst also: Mentale Stärke umfasst sehr viele Aspekte, die sich alle gegenseitig ergänzen.

Daher lässt sich mentale Stärke am besten als das Zusammenspiel von unterschiedlichen Strategien im Umgang mit bestimmten Faktoren beschreiben.

Diese Faktoren sind zum Beispiel Stress, Erfolgsdruck oder auch Angst.

Niemand von uns ist wirklich frei von diesen Einflüssen.

Wir haben aber alle unsere eigenen Strategien, mit diesen Stressoren umzugehen.

Ein mental sehr starker Mensch hat im Laufe seines Lebens sehr effiziente Techniken entwickelt, um zurechtzukommen.

Diese Menschen sind meist fokussierter, entschlossener, selbstsicherer und unter Druck stabiler als andere.

Im Leistungssport kann das zwischen Sieg oder Niederlage entscheiden, weshalb der Kopf im Sport immer wichtiger wird.

Der Wille zu siegen

Als zentraler Punkt der mentalen Stärke wird jedoch der Wille zum Sieg angesehen.

Wenn Du nicht um jeden Preis gewinnen willst, wirkt sich das auf Deine Motivation aus.

Du bist vielleicht nicht zu 100 % bei dem, was Du gerade trainierst und schon schöpfst Du Dein Potenzial nicht völlig aus.

Der Wille zu siegen ist aber auch dann besonders wichtig, wenn Du mit Rückschlägen zu kämpfen hast.

Denn bei näherer Betrachtung sind die größten Sportler sehr viel öfter gescheitert, als Du im ersten Moment denkst.

Michael Jordan – einer der größten Baskelballer aller Zeiten – hat mehr als 9000 Mal den Korb nicht getroffen.

Er hat über 300 Spiele verloren, diese Niederlagen aber nie als Grund angesehen, aufzugeben.

So hat er unter anderem 6 Mal die NBA-Meisterschaft gewonnen und hält bis heute eine lange Liste an Rekorden.

Ohne unbändigen Willen zum Sieg, einen Fokus auf die Dinge, die zum Sieg führen und ein großes Selbstbewusstsein hätte er das nicht geschafft.

Um mental Start zu sein, braucht es das Zusammenspiel verschiedener Verhaltensweisen und Überzeugungen.

Für einen Profisportler müssen sie alle perfekt ineinander greifen.

Du kannst von jedem einzelnen Faktor schon profitieren – im Sport und im restlichen Leben.


Über den Autor dieses Artikels

Schorsch von Tri it Fit - Redakteur für Triathlon bei Fitnesswelt.com

Der Schorsch war lange Zeit völlig unsportlich, hat sich aber Mitte der 2000er dafür entschieden, etwas gegen sein Übergewicht zu tun.

Nun ist er mittlerweile seit mehr als 15 Jahren als Kraftsportler und Triathlet sportlich aktiv. Was als kleines Sportprogramm begann, ist über die Jahre zur Vorbereitung auf Ultramarathons und Langdistanz-Triathlon geworden.

Um diese Transformation auch anderen zu ermöglichen, hilft er seit 2015 anderen als Trainer und Autor auf der Seite tri-it-fit.de dabei, im Triathlon Fuß zu fassen und mehr Fitness in ihr Leben zu bringen.