Schwimmen im Triathlon – darauf kommt es bei der 1. Disziplin an!

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Die erste Disziplin, das Schwimmen im Triathlon, ist für viele der Angstgegner. Wer schon vom Lauf- oder Radsport kommt, für den ist Schwimmen meistens eher ein notwendiges Übel. Wer dagegen schon von Kind auf im Schwimmverein war, der hat beim Start definitiv Vorteile.

Wie auch immer du dazu stehst, wenn Du einen Triathlon absolvieren möchtest, musst Du irgendwie das Schwimmen hinter Dich bringen. Es sei denn, die Wasserspiele werden abgesagt und Du startest bei einem Duathlon. (Das ist beispielsweise 2018 beim Ironman in Hamburg der Fall gewesen.)

Da es aber den meisten so geht, brauchst Du Dir keine allzu großen Sorgen zu machen. Das haben schon viele vor Dir geschafft.

In diesem Artikel erfährst Du,

  • welche Distanzen bei einem Triathlon geschwommen werden müssen
  • welcher Schwimmstil sich eignet
  • wie es sich mit dem Massenstart im Freiwasser verhält
  • und worauf du sonst noch achten solltest, wenn Du Deinen ersten Triathlon absolvieren möchtest

Die Distanzen im Triathlon – auf diese Schwimmstrecken musst Du Dich einstellen!

Triathlon, der ein relativ junger Sport ist, war lange Zeit nur für die Langdistanz, den Ironman bekannt.

Doch es gibt eine Vielzahl an anderen Distanzen – die meisten davon sind deutlich kürzer.

Gemeinsam haben alle diese Wettbewerbe natürlich, dass zuerst geschwommen, dann geradelt und zuletzt gelaufen wird.

Jedoch unterscheiden sich die prozentualen Anteile zum Teil stark.

Während Du bei einer Langdistanz nur 1,7% der Strecke schwimmend hinter Dich bringen musst, sind es bei einer Olympischen Distanz knapp 3%.

Natürlich bist Du bei einer Langdistanz trotzdem länger im Wasser. Der Schwimmpart fällt allerdings bei der Länge weniger ins Gewicht.

Bevor wir zu den Einzelheiten kommen, hier eine kleine Auflistung der gängigsten Triathlon-Distanzen.

(Die Streckenlängen können von Wettkampf zu Wettkampf ein wenig variieren.)

Name des WettbewerbsSchwimmenRadfahrenLaufen
Super Sprint Distanz0,25-0,5 km6,5-13 km1,7-3,5 km
Sprint Distanz0,5-0,75 kmca. 20 kmca. 5 km
Olympische Distanz1,5 km40 km10 km
Triathlon Mitteldistanz1,9 km80-90 km20-21 km
Triathlon Langdistanzmeist 3,8 km180 km42,2 km
Streckenlänge der einzelnen Disziplinen bek verschiedenen Triathlon-Distanzen

Brust oder Kraul – Welcher Schwimmstil ist im Triathlon angebracht?

Ob Du Brustschwimmen oder Kraul wählen solltest, hängt zum Großteil natürlich von Deinen sportlichen Fähigkeiten ab.

Den anderen Teil entscheidet die Distanz.

Vermutlich wirst Du aber auf der Langdistanz keinen Athleten oder keine Athletin treffen, die die gesamte Strecke Brust schwimmt.

Dagegen gibt es auf den kürzeren Distanzen bis zur Olympischen Distanz defintiv einige, die nicht kraulen (können).

Insofern musst Du für Deinen ersten Triathlon sicher nicht extra einen neuen Schwimmstil lernen.

Wer unsicher ist, verfällt in der Regel sowieso schnell in gewohnte Muster.

Das bedeutet: selbst wenn Du Dir mühevoll das Kraulen beigebracht oder einen Schwimmkurs besucht hast, kann es sein, dass Du es im Eifer des Gefechts nicht anwendest.

Das soll Dich jetzt nicht davon abhalten, es nicht trotzdem zu versuchen.

Allerdings brauchst Du für das Schwimmen im Triathlon schon eine gewisse Routine.

Denn es kommen noch ja noch die ein oder andere Hürde dazu.

Die Rede ist hier vom Schwimmen im Freiwasser.

Die Besonderheit: Massenstart im Freiwasser!

Anders als bei sonstigen Schwimmwettkämpfen finden die meisten Triathlons in einem offenen Gewässer statt.

Das bedeutet, dass Du im See, einem Fluss oder Kanal schwimmen musst.

Insofern musst Du Dich nicht nur auf die reine Schwimmbewegung konzentrieren.

Technik spielt hier tatsächlich weniger eine Rolle.

Stattdessen brauchst Du einen kühlen Kopf, um folgende Herausforderungen zu meistern:

  • keine klare Sicht
  • nur wenige Orientierungspunkte
  • ungewohnte Wassertemperatur
  • evtl. ungewohnte Kleidung
  • ggf. Massenstart

Das Schwimmen im Triathlon hat daher selten etwas mit dem zu tun, was Du aus dem Hallen- oder Freibad gewohnt bist.

Schwimmen im Triathlon
Schwimmen im Triathlon unterscheidet sich enorm vom Training im Hallenbad

Sichtverhältnisse und Orientierung im Freiwasser

Die meisten Seeen und Flüsse hierzulande führen kein schönes blaues Wasser und sind auch nicht durchsichtig.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass Du in eine dunkelgrün gefärbte Flüssigkeit starrst, wenn Du im Triathlon schwimmst.

Am Rand sind vielleicht noch Algen und Fische zu erkennen.

An diesen Anblick muss man sich erst einmal gewöhnen.

Viel problematischer kann es allerdings werden, sich in einem Freigewässer ohne künstliche Absperrungen zu orientieren.

Es gibt schlichtweg keine geraden Schwimmbahnen, geschweige denn die Chance, sich am Beckenrand abzustoßen.

Stattdessen gilt es, auf eine (oder mehrere) Bojen zuzuschwimmen und den richtigen Ausstiegspunkt zu finden.

All das kannst und solltest Du natürlich im Vorhinein üben.

Wenn Du Brust schwimmst, schaust Du ja in der Regel geradeaus.

Beim Kraulstil lohnt es sich, die Technik des Sichtens zu praktizieren.

Dabei hebst Du den Kopf immer nach ein paar Zügen aus dem Wasser und versuchst, die richtige Richtung anzupeilen.

Wenn Du in einer großen Gruppe startest, kannst Du Dich möglicherweise auch an die anderen Schwimmer halten.

Wassertemperatur

Leider sind Freigewässer nicht immer wohltemperiert wie die Bahnen im Schwimmbad.

Natülrich kommt das auch auf Faktoren wie die Tiefe des Gewässer, die Jahreszeit und die Außentemperaturen an.

Es kann also durchaus sein, dass Du vor dem Start frierst oder dass Dir beim Schwimmen zu warm wird.

Was die Wassertemperatur angeht, sind einige Regeln in der Deutschen Triathlon Union vorgegeben.

  • Es darf nur bei Temperaturen über 14°C geschwommen werden.
  • Bis 16°C ist sogar ein Kälteschutzanzug Pflicht.
  • Darüber, bis einschließlich 21,9 °C ist der Neopren dann optional.
  • Bei Rennen, die über die Olympische Distanz hinausgehen, darfst Du den Neo sogar bis 24,9°C tragen.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Neoprenanzug durchaus Vorteile hat.

Durch die verbesserte Wasserlage wirst Du vermutlich – je nach Streckenlänge – ein paar Sekunden bis Minuten gut machen können.

Allerdings solltest Du auch bedenken, dass es ebenfalls ein paar Sekunden kostet, Dich hinterher aus dem Gummi-Anzug wieder rauszupellen.

Zudem engt der Anzug Dich möglicherweise bei der Schwimmbewegung ein.

Hier gilt: Je besser/teurer der Neoprenanzug, umso weniger spürst Du ihn.

Brustschwimmen ist übrigens im Neo nicht unbedingt ratsam. Durch den erhöhten Auftrieb des Materials kann das Material den Beinschlag behindern.

Massenstart oder Rolling Start

Wenn Du schon einmal ein Triathlonrennen im Fernsehen gesehen hast, kennst Du vielleicht schon die zwei Möglichkeiten zu starten.

Entweder in einer Gruppe mit einigen wenigen Athletinnen und Athleten oder zusammen mit allen anderen.

Bei manchen Wettkämpfen kann es vorkommen, dass dutzende bis hunderte beim Startschuss loshechten und es spätestens an der ersten Boje zu Stau kommt.

Meistens ist es beim Start sogar so eng, dass Du vor lauter Armen und Beinen um Dich herum gar nicht weißt, wohin Du schwimmen sollst.

Abgesehen davon, dass so eine Situation ganz schön beängstigend wirken kann, ist hier an ruhiges Schwimmen nicht zu denken.

Um das zu umgehen, macht es Sinn, Dich gleich zu Beginn am Rand einzuordnen oder bewusst einen der hinteren Startplätze zu wählen.

Manchmal ist es besser, ein paar Sekunden einzubüßen, um die Nerven zu schonen.

Oftmals fährst/schwimmst Du mit dieser Strategie aufs Ganze gesehen sogar besser.

Nichtsdestotrotz solltest Du Dich natürlich seelisch und moarlisch auf das Hauen und Stechen zu Beginn einstellen.

Falls Du die Möglichkeit hast, empfiehlt es sich sogar, das mit ein paar anderen Athletinnen/Athleten zu üben.

So bist Du für alle Eventualitäten gewappnet und gerätst im Wettkampf nicht in Panik.

Ein Tipp zum Schluss

Last but not Least möchte ich Dir noch etwas auf Deinen ersten Wettkampf mitgeben:

Bedenke immer, dass das Schwimmen im Triathlon nur der Beginn ist.

Hinterher warten ein fordendes Radrennen und womöglich ein anstrengender Lauf auf Dich.

Du solltest Dich also niemals bereits bei der ersten Disziplin verausgaben, sondern Dir Deine Kräfte gut einteilen.

Die paar Sekunden, die Du eventuell beim Schwimmen verlierst, hast Du auf dem Rad oder in den Laufschuhen sehr schnell wieder drin.

Andersherum nützt es Dir nichts, beim Schwimmen eine Bestzeit aufzustellen und hinterher nicht mehr genug Power zu haben.

Also sei clever und kalkuliere so, dass Du bis zum Schluss durchhältst.

Über die Autorin dieses Artikels

Lotta aus dem Redaktionsteam von Fitnesswelt.com

Lotta ist Triathletin auf dem zweiten Bildungsweg, sozusagen Spätzünder und Autodidakt. Denn es war ihr leider nicht vergönnt, schon als Kind im Schwimm- oder Turnverein mitzumischen. Da sie sich das Kraulen selbst beigebracht hat, weiß sie allerdings sehr gut, welche Schwierigkeiten besonders viele Triathlon-Anfänger zu bewältigen haben.

Mittlerweile ist das Wasser für sie Lebenselexier und ihr Schwimmstil mehr als passabel.

Neben ihrer Tätigkeit im Redaktionsteam auf Fitnesswelt.com betreibt sie zusammen mit Schorsch auch noch den Triathlon-Blog Tri-it-fit sowie den gleichnamigen Podcast.